Prof. Dr. Paul Karrer-Fröhlich, Nobelpreisträger
(zeitweise Mitglied des VESLIC)
Paul Karrer wurde am 21. April 1889 in Moskau geboren. Seine Familie kehrte früh in die Schweiz zurück, wo er an der ETH Zürich Chemie studierte. 1911 promovierte er bei Alfred Werner – dem späteren Nobelpreisträger – über Kobaltkomplexe.
1918 wurde Karrer zum ausserordentlichen Professor für organische Chemie an der Universität Zürich berufen. Nach einem kurzen Forschungsaufenthalt in Deutschland kehrte er zurück und übernahm 1919 die Nachfolge seines Lehrers Alfred Werner als Direktor des Chemischen Instituts.
Diese Position bekleidete er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1956. Während dieser langen Amtszeit prägte er Generationen von Chemikern und baute Zürich zu einem international anerkannten Zentrum der organischen Chemie aus.
Karrer war Mitglied zahlreicher chemischer und biochemischer Fachgesellschaften – zeitweise auch des VESLIC.
Ein besonderer Moment für den organisierenden VESLIC war der Internationale Gerbereikongress 1931 in Basel. Bundesrat Dr. E. Schulthess übernahm das Ehren-Präsidium. Die Eröffnung der Vortragsreihe hielt damals der junge Ordinarius Prof. Paul Karrer, der später zum Nobelpreisträger werden sollte. Der Kongress wurde ein grosser Erfolg und trug wesentlich zum internationalen Ansehen des VESLIC bei.
Karrer hatte entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der industriellen Vitaminforschung in der Schweiz, insbesondere bei Hoffmann La Roche.
Für seine Forschungen über den Aufbau der Carotinoide, der Flavine und der Vitamine A und B erhielt er 1937 zusammen mit Walter Norman Haworth den Nobelpreis für Chemie.
Darüber hinaus wurden ihm 15 Ehrendoktorate verliehen – ein Ausdruck seines weltweiten wissenschaftlichen Ansehens. Er hinterliess ein wissenschaftliches Werk von aussergewöhnlicher Breite und Tiefe und gilt bis heute als einer der bedeutendsten Schweizer Chemiker des 20. Jahrhunderts. Sein 1927 erschienenes «Lehrbuch der organischen Chemie“ wurde vielfach aufgelegt und übersetzt.
Er verstarb am 18. Juni 1971 in Zürich.
